Streifzug des Monats:
Mythos Tetzel – Bösewicht oder Sündenbock?

Kultur, Aktivität und Genuss in Jüterbog, der „Stadt des Anstoßes“

TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann ©
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Nähern Sie sich der „Stadt des Anstoßes“ zum Beispiel im RE 3 um 9.31 Uhr. Nun haben Sie die Wahl: Wenn Sie die Stadt fußläufig erkunden möchten, ohne den Abstecher nach Kloster Zinna, nehmen Sie den ausgewiesenen „Spitzbubenweg“, der Sie in rund 20 Minuten durch den baumbestandenen Schlosspark zum Dammtor 1 führt. Als eines der gut erhaltenen mittelalterlichen Stadttore von Jüterbog stimmt es Sie bereits auf den kulturellen Teil Ihres Besuchs ein. Alternativ wenden Sie sich aus dem Bahnhof kommend schräg links in die Straße Weinberge, wo Marianne Zygar Ihnen gern Räder für Ihre Tour ausleiht.

Ganz in der Nähe des Dammtors steht die Liebfrauenkirche 2 , 1161 im Auftrag des Magdeburger Erzbischofs errichtet und damit die zweitälteste bis heute erhaltene Kirche in Brandenburg. Biegen Sie dann in die Mönchenstraße ein und halten Sie am Mönchenkloster 3 an, um 1480 als Franziskanerkloster gegründet und heute Sitz der Stadtinformation sowie des Stadt- und regionalgeschichtlichen Museums von Jüterbog. Hier finden Sie in der neuen Sonderausstellung „Tetzel– Ablass – Fegefeuer“ heraus, wer Johann Tetzel wirklich war, der als geldgieriger Ablasshändler verschriene Dominikanermönch, der Luther auf die Palme brachte. Fünf Ausstellungs-Kapitel – darunter „Türkenangst und Ablass“, „Jenseitswelten“ sowie „Der wahre Tetzel“ – sind im Mönchenkloster, drei weitere in der Nikolaikirche zu sehen.

Jedrzej Marzecki ©

Treffpunkt der Fürstentage

Jedrzej Marzecki ©

Nächster Stopp ist der Marktplatz mit dem Rathaus 4 im Stil der Backsteingotik, das in den Jahren nach der Reformation Treffpunkt für diplomatische Zusammenkünfte war, die legendären „Fürstentage“. Grund war die verkehrsgünstige Lage Jüterbogs zwischen Sachsen, der Mark Brandenburg und Magdeburg. Direkt am Marktplatz liegt das niedliche Café „Die Förste“, das Ihnen Süßes oder Herzhaftes serviert. Folgen Sie anschließend der Nikolaikirchstraße zur gleichnamigen Kirche 5 , dem zweiten Ausstellungsstandort. Bewundern Sie die prachtvolle Ausmalung, die beweist, dass das vorreformatorische Mittelalter gar nicht so düster war, wie oft gedacht. Steigen Sie, wenn Sie mögen, auch die 217 Stufen zur Aussichtsplattform in 46 Metern Höhe hinauf. Bei gutem Wetter können Sie bis Kloster Zinna schauen, Ihr nächstes Ziel.

Mit dem Rad nach Kloster Zinna

Über die Straße Planeberg hinter der Kirche kommen Sie rechts in die Zinnaer Straße. Von dort geht es über die Zinnaer Vorstadt, Luckenwalder Straße und am Reitstadion in Richtung Skate-Arena Jüterbog. Dort finden Sie den Einstieg in den Rundkurs 3 der Flaeming-Skate. Sechseinhalb gemütliche Kilometer folgen Sie der gut ausgebauten Strecke und radeln durch die Landschaft zum Ortsteil Kloster Zinna. Schauen Sie sich im Klostermuseum 6 um und erfahren Sie mehr über die Zisterziensermönche, die über fast 400 Jahre das Land urbar machten und im strengen Rhythmus von Beten und Arbeiten lebten. Glasmalereien, Heiligendarstellungen und das mittelalterliche Chorgestühl kündigen von der einstigen Pracht. Im Webhaus 7 in der Berliner Straße erhalten Sie einen Eindruck von alten Webtechniken und können sich im Café mit flämingtypischem Klemmkuchen stärken. Radeln Sie danach zurück nach Jüterbog und geben Sie die Räder wieder ab.

Kleist-Klassiker im Open-Air-Theater

Am 30. und 31. Oktober wartet abends ab 18 Uhr ein besonderes Schauspiel auf Sie. Im Auftrag der Stadt Jüterbog inszeniert das Theater 89 Kleists Klassiker „Michael Kohlhaas“ als Open-Air-Theater-Spektakel an originalen Schauplätzen des Stückes neu. Musiker, Sänger, Artisten, Bürger aus Jüterbog und Umgebung führen die Geschichte über einen Pferdehändler auf, der sich auf eigene Faust Recht zu verschaffen versucht und sich sogar an Martin Luther persönlich wendet. Zurück nach Berlin und in die Gegenwart bringt Sie der RE 3, zum Beispiel um 20.41 Uhr.

M. Göttsching

Anreise

Hinfahrt: etwa halbstündlich mit dem RE 1 nach Brandenburg Hauptbahnhof, zum Beispiel um 9.11 Uhr
Rückfahrt: z.B. 21.00 Uhr
Fahrzeit: ca. 50 Minuten

Reiseauskunft

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Terra press ©
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punkt 3 Verlag GmbH, Streifzug des Monats, Panoramastraße 1, 10178 Berlin

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